An diesem Abend präsentierte die Autorin Helga Loddecke dem Publikum zunächst eine Kurzgeschichte unter dem Titel „Ein echter Mann trinkt nicht „. Die Protagonistin, von der man erst im Laufe der Geschichte erfährt, dass sie, verheiratet mit einem Alkoholiker, Einsamkeit erlebt und von einem echten Mann träumt, und ihre entsprechenden Wünsche auf den Barmann und Barbesitzer Charles Schumann richtet, den sie anhimmelt, sucht dessen Bar zusammen mit ihrer besten Freundin Uli auf, dann aber kündigt sie die Freundschaft mit Uli per Facebook.
Es folgten vier Gedichte über Charles Schumann und seiner Bar. Das Publikum fand den Prosatext zu schwammig und kritisierte fehlende Handlung; die Gedichte wurden für unterschiedlich gut befunden.
Danach trug die Autorin Gedichte aus ihren Gedichtbänden“ Zeitenwende „und „Einsicht“ vor. Die Zuhörer befanden insbesondere die Themen von „Zeitenwende“ für gut, kritisierten aber das in diesen Texten starke Bilder schwach werden oder sogar regelrecht abstürzen. Bei „Einsicht“, dessen Texte unter anderem thematisierten, dass ein kleiner Muskel neben dem Herzen nicht überspannt werden darf, da es sonst schmerzt, dass den Feind zu akzeptieren bedeutet, dass er dann viel von seinem Schrecken verliert und dass der Mensch zu allen Formen der Bosheit fähig ist und bei den zuletzt vorgetragenen noch unveröffentlichten Gedichten, unter anderem über den Rapper Haftbefehl, schwankte das Urteil des Publikums zwischen einerseits der Würdigung als sehr konzentrierte Form und andererseits der Meinung, dass die Texte zu wenig verdichteten seien.
Abendbericht: Rainer Kegel
Fotos: Beppo Rohrhofer