„Was sich fand“ – Abendbericht vom 2. Januar 2026

Was sich fand, war am 2. Januar beim offenen Abend zum Haidhauser Werkstattpreis ein in jeder Hinsicht würdiger Sieger inmitten würdiger Texte. Vier Autoren warfen ihren Namen in die Box und stellten sich dem voll besetzten Auditorium.

Den Beginn machte Roland Fritsch mit einer erfrischenden Kurzgeschichte über einen Aufenthalt im Hotel Nabokov in Marienbad. Obgleich seine Erzählung ohne konkreten Spannungsbogen auskam, wusste der Text über die Beobachtungen im Hotel vom Schwimmbad, zur Sauna bis hin zur Wechselstube zu überzeugen.

Dem Text von Roland Fritsch folgte Gerhard Häusler in unnachahmlicher Manier. Stakkatohaft vorgetragene Aphorismen und eine von Absurdität bis Tiefsinn reichende, die Gedanken (und Reime) vor sich hertreibende Mischung aus Lyrik und Satire zauberten sowohl Schmunzeln wie auch Erstaunen auf die Gesichter des Publikums.

Marc Richter nahm die Zuhörer mit in ein fiktives Dorfleben, in dem Veränderungen und Stillstand kunstvoll ineinanderflossen. Der kaleidoskophafte Blick auf die Dorfgemeinschaft, die subtil beschriebenen Veränderungen innerhalb der Jahreszeiten, die undurchdringliche Banalität und gleichzeitige elementare Bedeutung des Alltags ließen den Text zu einem eindrucksvoll vorgetragenen Gesamtkunstwerk geraten.

Den Schlusspunkt setzte Gerhard Dengler mit seinem Text „Das Frühstück“. Eine vermeintlich wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Unwägbarkeiten möglicher Frühstücksvarianten, die dem Publikum eines klarmachten: Wir alle machen uns über Kaffee, Marmelade und Brot und Yoghurt etc. viel zu wenig Gedanken. Der mit Augenzwinkern konstruierte Text begeisterte das Publikum ebenso wie die vorangegangenen Texte.

Die Wahl des Tagessiegers fiel – obgleich alle Texte beim Publikum gut ankamen – recht eindeutig aus. Es gewann Marc Richter mit seinem mitreißenden Text „Was sind fand“.
Es fand sich gut so.

Abendbericht: Franz Westner
Fotos: Susanne Görtz