Am 24. April 2026 trug der vielen Zuhörern als häufiger Moderator vom Lesungen im Münchner Literaturbüro bekannte Autor Beppo Rohrhofer unter dem Titel „Randnotizen“ eigene Texte vor, hauptsächlich Lyrik, auch lyrische Prosa und Prosa.
Eine Reihe von Gedichten machte den Anfang wie „Grüß Gott“ über Lärm Urknall und Urgeräusch und Stimmen im Ohr, „Erinnerungen“ an schwere Kröten und dass Suchen von Gebeinen im Altwasser, „Geht doch“, wo die Klofrau sagt das es jetzt besser geht, „Biete Zeit für Zeit „, „Eis“ wo man im Glitzern der Sonne über den vereisten See gleitet.
Dem Publikum erschienen die lyrischem Texte sehr konkret, aber oft mit Überraschungen und gut komponiert.
Besonders galt dies für“ Biergarten Alter Wirt“ wo Mond am Hinterkopf geeint mit anderen am Biertisch unter alten Buchen und alten Kastanien sitzen, sich die Knie reiben und ein gelber Pullunder sich wie ein roter Faden durch das Prosagedicht zieht, und jedenfalls manchem Zuhörer der Inhalt wie ein Kurzfilm vor Augen stand, die exakte Beobachtung des Autors Detail in Metaphern verwandelt, die dann aber auch zu Klischees werden können.
Demgegenüber „was weiß man schon“ in dem jemand auf dem Sofa am Dachfenster getanzt hat mit kleinen Mädchen und Bärchen und wehe, wenn sie kommen, ihn zu holen, bei dem offenbleibt, ob das Vermutete wirklich geschehen ist.
An diesem und anderen Gedichten gefiel dem Publikum deren große Intensität und das Stilmittel der Wiederholung.
Im zweiten Teil des Abends dann ein Prosatext „Donausommer“. Ein paar Teenager verbringen einen schwülen Sommertag an einer Kiesbucht mit hohen Pappeln auf einer Donauinsel, hören Musik von einem selbst gemachten Mittelwellensender, bei dem die Mutter die Tonbänder wechseln und immer auf der Hut sein muss vor den gelben Peilwägen der Deutschen Bundespost.
Der stärkste der Jungen ist der Wolfbert, der zuhause im Wirtshaus aushilft, wo auch die Donauschiffer aus Jugoslawien und den Ortblockstaaten einkehren und Tauschhandel betreiben. Wolfbert und ein anderer versuchen, schwimmend Frachtkähne eines donauaufwärts fahrenden Schleppverbandes zu erreichen, sich dort, den Wellengang ausnutzend, an Bord zu hieven, um stromaufwärts mitzufahren und sich dann auf Luftmatratzen wieder zurück treiben zu lassen; dem anderen Jungen misslingt das entern und er verliert Wolfbert dabei aus den Augen.
Das Publikum fand den Text spannend und gelungen; diskutiert wurde, ob manches zu ausführlich geschildert werde oder ob dies nicht, wie bei den Details des Hinaufgelangens auf Frachtkähne zum Verständnis der Handlung nötig ist, zumal es schon lange keine Schleppverbände mehr gibt.
Abendbericht: Rainer Kegel
Foto: Simone Kayser