Demnächst mehr Meer / Meer, Wasser, Natur / Liebe, Lust und Leidenschaft / Verlust, Trauer, Neubeginn: Das sind die vier Themenbereiche, in die Regina Hellmann ihren Abend im Münchner Literaturbüro gegliedert hat.
MLb
Gedichte, die über Wasser flippern – Abendbericht vom 22. Mai 2026
„Wenn man in meinem Alter Spaß haben will, muss man Spaß machen. Darum bemühe ich mich.“ So kündigte Autor Dietmar Wielgosch seine Lesung im Münchner Literaturbüro an. Die Frage, woran sich Spaß festmacht und worin er sich begründet, spaltete an diesem Abend das Publikum. Von „herrlich“ bis „schrecklich“ lauteten die Kritiken, von „virtuos“ bis „nichtssagend“.
Komische Vögel im Paradies – Abendbericht vom 15. Mai 2026
Ob Pinguine applaudieren können? Wenn ja – den Autorinnen und Autoren des Themenabends würden sie ganz gewiss Flügel, oder besser Flügelflossen schlagend ihre Anerkennung zollen. Denn es war durchweg bereichernd, was Hartwig Nissen, Selina Golling, Günter Mitschke, Leo Hoffmann, Walter Grassl und Petra Lang zum Thema Pinguine im Vorgarten präsentierten. Und weil nach den Pinguinen noch etwas Zeit war, fand sich auch noch Raum für eine Szene aus Ulrich Brauns Familienroman, in der die Ausstrahlung der Serie „Holocaust“ die Sicht des Protagonisten nachhaltig veränderte.
Frauen kurz vor dem Zusammenbruch und andere Dramen – Abendbericht vom 8. Mai 2026
Freitag, den 8. Mai 2026 las Leo Hoffmann Kurzgeschichten im Münchner Literaturbüro vor.
In der Kurzgeschichte „XX + XY“ führte die Autorin das Publikum in ein Wiener Kaffeehaus, wo der Protagonist sehnsuchtsvoll auf seine Schwester wartet, einen Einspänner und einen Kakao bestellt und die Kellnerin Elli wahrnimmt sowie die Stimmen der Gäste rundherum, wie etwa die einer Musikbegeisterten, einer Geschäftsfrau in lila, eines Mannes mit Bankdirektorrücken und dessen junger Begleiterin.
Echte Verbeugung und Großer Applaus – Abendbericht vom 1. Mai 2026
für Anna Funk, Gewinnerin der Vorentscheidung zum Haidhauser Werkstattpreis am 1. Mai 2026 im MLb. Eine Kurzprosa über die Gedanken einer älteren Schauspielerin während sie sich, nach Ende der Vorstellung, unter dem tosendem Applaus des Theaterpublikums, verbeugt.
Ein Moderator stellt sich der Kritik – Abendbericht vom 24. April 2026
Am 24. April 2026 trug der vielen Zuhörern als häufiger Moderator vom Lesungen im Münchner Literaturbüro bekannte Autor Beppo Rohrhofer unter dem Titel „Randnotizen“ eigene Texte vor, hauptsächlich Lyrik, auch lyrische Prosa und Prosa.
Kurzweiliges aus Giesing – Abendbericht vom 17. April 2026
Am 17. April 2026 stellten insgesamt fünf Mitglieder der Schreibwerkstatt im Giesinger Bahnhof ihre Texte vor. Den Anfang machte Ronja Habek mit einem kurzen Text über typische Situationen in der U-Bahn mit einer Protagonistin, die sich soweit möglich, gegen ihre Umgebung abschottet. Das Publikum lobte den Text als realistisch.
Die Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt – Abendbericht vom 10. April 2026
In Wittgensteins ‚Philosophischen Untersuchungen‘ findet sich unter der Nr. 504 die interessante Sentenz: Wenn man aber sagt: „Wie soll ich wissen was er meint, ich sehe ja nur seine Zeichen“, so sage ich: „Wie soll er wissen was er meint, er hat ja auch nur seine Zeichen.“
Realität, Traum und Dystopie – Abendbericht vom 3. April 2026
Beim offenen Abend als Vorentscheidung für den Haidhauser Werkstattpreis am 3.4.2026 fanden sich fünf Autorinnen und Autoren ein, die sich mit ihren Texten dem Urteil des Publikums stellten.
Über Gott und die Welt – Abendbericht vom 27. März 2026
Ihre Texte, erklärte die Autorin Selina Golling zu Beginn ihrer Lesung scheinbar floskelhaft, handelten über „Gott und die Welt“. Wie sich während ihrer Lesung zeigte, war die Formulierung indessen keine Floskel. Ihre zehn Texte handelten – in dieser Reihenfolge – von der Welt und – und nach der Pause – in der Tat auch von Gott. Es waren nach klassischer Einordnung Prosatexte, aber von poetischen Formulierungen und Äußerungen durchwirkt, so dass sie sich mitunter während des Fortgangs des Vortrages in Gedichte zu verwandeln schienen.