Offener Abend 2.12.22

Fließender Untergang – Abendbericht vom 2. Dezember 2022

Dritte Vorentscheidung zum 30. Haidhauser Werkstattpreis im Münchner Literaturbüro, Milchstraße 4 –  trotz nieseligem, eisigem  Novemberwetter hatten sich drei Autorinnen, zwei Autoren und viele Zuhörer zum Wettbewerb eingefunden, den Peter Asmodai mit seiner sehr kurzen Story „Festhalten“ gewann.

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MLb-Lesung Tiny Stricker

Liebespassagen – Bericht vom 25. November 2022

Der Münchner Autor Tiny Stricker las typische Passagen aus seinem soeben erschienenen zwölften Buch „London, Pop und frühe Liebe“, plauderte über seine Hippie-Monate in Chittagong und ließ das Publikum, dabei sicher auch einige Old-Flowers, schaudernd an seiner unfreiwilligen Schiffsreise um den Indischen Subkontinent teilnehmen „völlig mittellos“ und abgerissen in den späten 60ern des letzten Jahrhunderts.

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Lesung Sabine Jörg

Vom Verhältnis von Wort und Bild – Bericht vom 18. November 2022

Das Literaturbüro war bis zum letzten Platz besetzt – vornehmlich mit Haidhausenbewohner, die gespannt waren auf die Haidhausengeschichten der Autorin Sabine Jörg. Und sie wurden nicht enttäuscht. Die Autorin bot kurze, in Präsenz verfasste Geschichtchen, Beschreibungen, Darstellungen des Münchner Viertels aus den 70iger Jahren.

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Bunter Abend 11.11.2022

Trieb und Trauer – Bericht vom 11. November 2022

Ein „Bunter Abend“ im MLB  verheißt immer  drei bis vier ordentliche Autoren oder Autorinnen, sehr unterschiedliche Texte und vertiefte, interessante Diskussionen um Thema, Sprache oder Stil der Texte.

So wars auch heute, und Philipp Stoll begann gleich mit einer kurzweiligen Strandgeschichte, die sich mit der Beobachtung eines Käfers, seinem Fühlen und Denken, mit Riesen, Sand und Meer und dem Beobachten des Beobachtens auseinandersetzte. Das Publikum ging überall gerne mit, wo plastisch von Mammutzähnen und Känguru erzählt wurde; aber auch Denken und Fühlen des Kleintiers, die Fragen von Freiheit und Bestimmung wurden angerissen, Trieb oder Denken.

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Offener Abend 04.11.22

Von Liebe und Frust – Bericht vom 4. November 2022

Am Freitag, den 4.11.2022 traten vier Autor*innen zur zweiten Vorauswahl für den 30. Haidhauser Werkstattpreis an.

Als erste wagte sich Monika Scheddin mit „Ohne Yoga hätt ich das nicht überlebt“ auf die Bühne und präsentierte einen Text, in dem die Protagonistin sich keineswegs sonderlich begeistert von Yoga, Schweigeseminaren oder gewaltfreier Kommunikation nach Rosenberg zeigt. Ihr stinkt vielmehr so einiges, vom Furz des einzigen männlichen Teilnehmers im Yogakurs angefangen über Besteckklappern im Schweigeseminare, unbequemem Sitzen, dem Hineinatmen von Schmerzen, die sonst gar nicht da wären, bis zu sprachlichen Verrenkungen, um jemanden wirklich gewaltfrei dazu zu bringen, doch endlich den Müll herunter zu schaffen. Das Publikum fand die Schilderungen durchaus treffend.

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Nobert Wollschläger

Wetterleuchten – Das Jahrzehnt der verspielten Freiheit – Bericht vom 28. Oktober 2022

Ein voll besetztes MLB, ein belesener, souveräner Autor, ein kurzweiliger, mitreißender Abend … in diesen knappen Worten ließe sich der Abend mit Autor Norbert Wollschläger (Gewinner des 10. Bad Godesberger Literaturwettbewerbs) zusammenfassen. Tatsächlich gelang es dem studierten Soziologen, Psychologen und Publizisten Wollschläger, sein Publikum mit dem noch unveröffentlichten und unvollendeten Roman „Wetterleuchten – Das Jahrzehnt der verspielten Freiheit“ nicht nur zu unterhalten, sondern – so nicht wenige Stimmen aus dem Publikum – zu begeistern.

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Das große Spektakel – Bericht vom 21. Oktober 2022

Ein solches Spektakel hatte das MLB bis zu diesem Abend wohl noch nicht erlebt: theatralisch vorgetragene Lyrik, einfühlsame Gitarrenmusik, Kostümtanz, euphorischer Gesang und beeindruckende Pantomime. Inna Zagrajeski, Elena Dinitz, Friedrich Wetter, Aurelia Pociute, Guencho Todorov und der im MLB bekannte G.H. präsentierten ein kurzweiliges Programm russischer Kunst.

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Claudia Böning

Gelungenes Experiment – Bericht vom 14. Oktober 2022

Was eine widerspenstige, widerständige Sprache sein kann, die sich nicht willfährig und gefällig – leicht den gewohnten Leseerwartungen hingibt, sondern die alleine den literarischen und poetologischen Intentionen der Autorin dient, das erfuhren die doch zahlreich erschienen Besucher der Lesung von Claudia Böning am 14. Oktober. Wobei die Intentionen, welche die Autorin mit ihrem Romanprojekt, aus dem sie einzelne Teile und Abschnitte vorlas, zunächst auch nicht einfach zu erkennen waren. Erst die Diskussion über die gehörten Textteile konnte sie offenbar entschleiern.

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Merkwürdige Charaktere und tiefe Gefühle – Bericht vom 7. Oktober 2022

Am Freitag den 7.10.2022 fand die erste Vorrunde für den 30. Haidhauser Werkstattpreis statt.

Fünf Autorinnen und Autoren präsentierten ihre Beiträge. Den Anfang machte Claudia Böning mit „Lucke“, einer aus der Perspektive eines Kindes geschilderten Geschichte. Ein schon vom Leben gezeichneter, abgerissener Mann kommt zur Pension der Großmutter der Protagonistin und fragt nach Arbeit, er wird ins Haus aufgenommen, man feiert auch zusammen Weihnachten bis er, von Fernweh getrieben, eines Tages weg ist, nachdem er 300 DM, die er bei der Bank abholen sollte, nicht mitgebracht hat und zuvor geäußert hatte, er werde sich in Paris vom Eiffelturm stürzen, damit sei er dann ein gemachter Mann.

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Hans-Karl Fischer

Von Kunst und Krieg – Bericht vom 30. September 2022

Paula Deppe (1886-1922), die wenig bekannte Malerin war dem Münchner Autor Hans-Karl Fischer bei seinen Nachforschungen über Hans Carossa mehrmals „über den Weg“gelaufen, sodass er zu ihrem 100sten Todestag  (4.10.22) Vortrag und Lesung aus seiner wachsenden Deppe-Biographie im gut besetzten MLB-Auditorium hielt. Dabei entstand nach lebhafter Diskussion ein plastisches Bild der Expressionistin, die aus wohlhabendem Elternhaus im tschechischen Rokycany stammte und sich schon in frühen Jahren voll und ganz auf die Malerei warf, als für Frauen eher das Hausfrauendasein als Bestimmung galt. Etwa ab 1907 lebte sie mit Mutter und Geschwistern in München und ließ sich zur Malerin ausbilden, nachdem ihr  großes Talent schon früh in der tschechischen Heimat entdeckt worden war.

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