Liebe, Corona und andere Kleinigkeiten – Bericht vom 22.10.21

Liebe, Corona und andere Kleinigkeiten

unter diesem Motto fand am 22.10. 2021 im Münchner Literaturbüro ein offener Themenabend statt.

Bereits die erste Autorin, Tanja Rupel, traf mit ihrem Text „Hahäho“ das Motto ins schwarze, Gedanken der Autorin zu Corona, Lockdown und einer Ehekrise. Ein Text mit sehr ansprechendem mäanderndem Sprechfluss und poetischen Wortbildern, der sehr viel Lob vom Publikum erhielt.

Der zweite Autor, Stefan  Priddy, präsentierte mit „Andromedas Pfand“ den Versuch einer Nacherzählung des griechischen Mythos von Perseus und Andromeda mit einer neuen Sicht auf die weibliche Protagonistin. Freilich verlor sich der langatmige Text seinerseits wieder in Klischees über die Beziehungen zwischen Perseus und Andromeda.

Es folgten drei kürzere Texte. Franc Beno zeigte ein moralisches Dilemma während der Erste Welle der Corona-Pandemie in einem norditalienischen Krankenhaus auf; ein Krankenhausarzt nimmt eine alte Patientin von Beatmungsgerät weg, um es seiner jüngeren Schwägerin zukommen zu lassen. Die Zuhörer lobten den Text als gelungen und authentisch.

Peter Asmodai las sodann „Auf dem Berg“, eine Kurzgeschichte über einen Mann und eine Frau in einem Haus auf einem Berg mit einem See und zwei ungebetenen Besuchern, davon einer ein Hausierer mit Lieferwagen, mit es zu einem Gespräch über Gelegenheiten des Verkaufs und im Leben kommt. Das Publikum fragte sich aber nach dem Sinn oder der Aussage des Textes.

Den Schluss machte Wolfram Hirche mit seinem Text „Die vergebliche Karawane“. Zwei bejahrte Autoren, eine Lyrikerin und ihr zeitweilig scheintoter Hund  fahren in die Berge zum Wochenendhaus von Franz, dem „Chef“ ihrer Gruppe, der aber gar nicht dort ist. Die Zuhörer goutierten die kurzweilige, spielerische und  gut gestaltete Geschichte.

Abendbericht von Rainer Kegel