Mord und Verwandlung – Bericht vom 29.10.21

Der Autor Richard Saller präsentierte zur 2027. Lesung des MLb am letzten Abend vor der dunklen Winterzeit sein Roman-Manuskript „Johann A.“, in dem er keinen Zweifel ließ, dass es um toternste, dunkle Themen ging.

Ein Mann will sich in eine Frau verwandeln. Seine zickige Geliebte ist nur halbwegs einverstanden, was ihm aber nicht genügt. Er will mehr, er will alles! Geschlechtsumwandlung kostet! Nicht nur Nerven, sondern hier auch viel Geld. Und verschiedene dunkle Gestalten aus der Vergangenheit  mischen sich auch noch in den Handlungsablauf ein. Ungarisches spielt herein. Ein Klein-Dealer Gabor, ein Romantiker Viktor und im Hintergrund die schwer fassbare Mordlust der Hauptfigur Johann! Die Handlung pendelt von Wien nach München. Deftiges Lokalkolorit, eine Sprache zwischen übler Gosse und Eduard Mörike.

Aus Zeitmangel konnte leider nur ein kleiner Teil des umfangreichen Werks vorgetragen und diskutiert werden. Das Publikum blieb gespannt dabei, wobei am Ende die Frage auftauchte, ob es denn immer gleich ein Mord sein muss. Muss es?

Abendbericht von Wolfram Hirche