Die Liebe, jaja, die Liebe in ihrer Schönheit von Nordeste bis Nordestino und immer auf der Suche nach Agape … wer fein gewobene Sprachbausteine schätzt und gerne den kaum sichtbaren Fäden der Liebe folgt, wäre mit den Gedichten von Michael Pietrucha hochbeglückt worden. Leider folgten der Einladung ins MLb nur einige Wenige, was bedauerlich war. Michael Peitrucha, der u.a. als Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia ausgezeichnet wurde, verstand es gekonnt, dem Wesen der Liebe Tiefgründiges und Überraschendes abzuringen, ohne auch nur einmal Gefahr zu laufen, seichte Gewässer zu betreten.
So folgen seine Gedichte u.a. auf Reisen vom Norden in den Nordosten Brasiliens, nach Vilnius und verschiedenen anderen Orten und Ländern den Menschen und deren Erlebtem. Dabei verflocht er persönliche Erlebnisse mit geschichtlichen Ereignissen und Hintergründen. Nicht selten dienen ihm auch Tiere (Stachelrochen, Kolibri, Fregattvogel u.a.) als Träger seiner Eindrücke und Botschaften. Dies führt er auch in dem Manuskript „Liebhaber seiner Schönheit“ fort, in welchem er Schwalben oder einen Sperling einflicht und ihnen die Fragen von Sinn und Unsittlichkeit in die Flügel dichtet.
Den gelungenen Abend schließt Michael Pietrucha mit Auszügen aus seinem bereits erschienen Gedichtband „Auf der Suche nach Agape“ (der bedingungslosen Liebe) sowie einer lyrischen Widmung (In Eintracht leben) an die Villa Condordia, in dem eine Stubenfliege mit einem Weberknecht Räuber und Gendarm spielt. Liebe? In jedem Fall eine Liebeserklärung an Orte, Tiere, Worte und das Miteinander.
Bericht: Franz Westner
Fotos: Christine Waßmann