Vor nahezu vollbesetzten Stuhlreihen lasen die beiden Autoren Philipp Létranger und Sigune Schnabel Lyrik. Dass sie das nicht zum ersten Mal taten, erkannte man an den Büchern, die ihre Namen trugen und die auf dem Lesetisch gestapelt waren. Man hörte es auch von der ersten gelesenen Zeile an: Beide Autoren lasen so gut wie fehlerfrei, Philipp Létranger verhalten in Lautstärke, Phrasierung und Artikulation, Sigune Schnabel hingegen pathetisch-„theatrisch“, was ihrem Vortrag eine besondere Eindringlichkeit, aber auch eine gewisse Schwere verlieh, so dass sich ein Anwesender zu der Bemerkung hinreißen ließ, er könne sich nach einer gewissen Dauer dieser Schwere auch einmal ein „leicht“ gesprochenes Wort vorstellen.
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Grundsätzliches – Abendbericht vom 13. Februar 2026
Da die Abendautorin sich wegen der widrigen Verkehrsverhältnisse (Sicherheitskonferenz) verspätete, las zu Beginn Franz Oberhofer, der sich unter den Zuhörern befand, zwei Gedichte vor, die er in seinem Smartphone gefunden hatte: „Am Brunnen“ und „Vorrat“.
Die von Athena Delere dann vorgetragenen Texte boten dem Publikum Anlass, mit der Autorin und mit sich selbst über zwei Dinge grundsätzlich zu diskutieren: Einmal darüber, was Literatur eigentlich ist. Wann, so die Frage, ist ein Text ein literarischer Text, wann ist er das noch nicht? Zum anderen: Was darf Kritik, wie weit darf Kritik gehen? Um das Ergebnis oder die Antworten vorwegzunehme: Es gab in beiden Fällen, sozusagen naturgemäß, keine.
Abend- und Nachtgeschichten – Abendbericht vom 6. Februar 2026
Zum offenen Abend beziehungsweise zur Vorauswahl für den Haidhauser Werkstattpreis im Münchner Literaturbüro traten sechs Autorinnen und Autoren an und präsentierten ihre Texte.
In der Tat: Der Abend war bunt – Abendbericht vom 30. Januar 2026
Nachdem die Autorin, die die 2233. Lesung des Münchner Literaturbüros mit ihren Kurzgeschichten bestreiten wollte, krankheitsbedingt absagen musste, wurde aus der Freitagslesung kurzerhand ein bunter Abend, soll heißen: Jede und jeder, die/der wollte, konnte aus eigenen Werken lesen.
Schwere Kost aus dem Textlabor – Abendbericht vom 23. Januar 2026
von Christian Dörge kreiert und häppchenweise auf Gourmetniveau serviert. Es ging „unter die Haut des Werkes“. Straßen werden zu Nervensystemen, Bars zu Flutbecken, Literatur zur Partitur. Aus Gedanken kann Rhythmus werden. „Für Dich Mutter, Dein Ende ist nichts.“ Was war in Berlin? „Keine Bilder für´s Familienalbum1988.“ Was ist heute in München? „Fenster dicht beschrieben, ganzjährige Weihnachtsbeleuchtung beim Nachbarn“. Kein Trost.
Wie es ist, eine Fledermaus zu sein – Abendbericht vom 16. Januar 2026
Ja, wie ist es, fragte sich das Publikum beim 2.331 Werkstattabend des Münchner Literaturbüros, und acht Autorinnen und Autoren gaben Antwort. Um es kurz zu machen: großartig! Es war großartig, spannend, abwechslungsreich, kurzweilig, lehrreich, was da den Autorinnen und Autoren so alles einfiel zum Thema „Fledermaus“.
„Out of the Blue“ – Abendbericht vom 9. Januar 2026
Die Münchner Autorin Lisa Lipp, die das Einfamilienhaus abgerissen hat und seitdem im Apfelbaum lebt, wurde an diesem kalten Januarabend im Münchner Literaturbüro warm aufgenommen. Interessiert lauschte das Publikum ihren bildstarken, teils skurrilen Geschichten und Gedichten, „die eigentlich niemanden etwas angehen“.
„Was sich fand“ – Abendbericht vom 2. Januar 2026
Was sich fand, war am 2. Januar beim offenen Abend zum Haidhauser Werkstattpreis ein in jeder Hinsicht würdiger Sieger inmitten würdiger Texte. Vier Autoren warfen ihren Namen in die Box und stellten sich dem voll besetzten Auditorium.
„Abschied, immerzu Abschied!“ – Abendbericht vom 26. Dezember 2025
Gut, daß Ulrich Braun, das nicht in die Tat umsetzt. Wäre sehr schade, wenn er nicht mehr im MLb lesen würde. Wir würden seine Erzählungen arg vermissen. Ulrich Braun las bekannte und neue Kapitel aus seinem Romanentwurf „Immerzu Abschied“.
Charles Schumann und die Zeitenwende – Abendbericht vom 19. Dezember 2025
An diesem Abend präsentierte die Autorin Helga Loddecke dem Publikum zunächst eine Kurzgeschichte unter dem Titel „Ein echter Mann trinkt nicht „. Die Protagonistin, von der man erst im Laufe der Geschichte erfährt, dass sie, verheiratet mit einem Alkoholiker, Einsamkeit erlebt und von einem echten Mann träumt, und ihre entsprechenden Wünsche auf den Barmann und Barbesitzer Charles Schumann richtet, den sie anhimmelt, sucht dessen Bar zusammen mit ihrer besten Freundin Uli auf, dann aber kündigt sie die Freundschaft mit Uli per Facebook.