Zwischen Liebeslyrik und Zeitzeugenschaft – Bericht vom 24.9.21

Am Freitag in 24 2021 las vor leider nur spärlich erschienenen Publikum die Autorin Petra Scherzer neue Gedichte. Neben einem Langgedicht zum Thema Reden trug sie etwa 8 kürzere Texte vor. Die Autorin ist als Malerin und bildende Künstlerin tätig, was bei vielen ihrer lyrischen Texte hineinspielte, so wenn am winterlichen See weiße Hunde, gutmütig und groß, das Bild durchschwebten oder die Autorin ein Gedicht „Mit Lasur, Edding und einem übermaltem Astronauten“ beginnen lässt. Einige  dieser gleichsam mit Sprache gemalten Bilder waren aber recht  surreal, wenn etwa unter einem weißem Kleid, eisigen Spitzen und hinter fahl blassem Licht der Ball der Farben voller Leben explodiert.

Thematisch bewegten bewegten sich die Texte zwischen Liebe und Eros einerseits und gesellschaftlicher Realität in unserer Zeit andererseits. Das Publikum guotierte die Texte, wobei zu Recht angemerkt wurde, das hinter Texten, in denen etwa gefragt wird, ob sich jeder Mensch seiner Zeitzeugenschaft von gräßlichsten Umwälzungen bewußt sei, eigentlich die Frage der unterschiedlichen Wahrnehmung der Realität angesprochen wird.

Nur vereinzelt gab es es auch kritische Anmerkungen,  so verbunden mit der Anregung einen Text mit einem männlichen Ich in die weibliche Form umzustellen, um größere Authentizität zu schaffen, was bei anderen Zuhörern aber auf deutlichen Widerspruch stieß.

Ansonsten gefiel den Zuhörern das Vorgetragene, insbesondere das Langgedicht mit ausgeprägtem Rhythmus.

Abendbericht von Rainer Kegel