Martin Emmerling – Abendbericht vom 4. September 2026

hat im „ausverkauften“ MLB den 10. Vorentscheid zum 33. Haidhauser Werkstattpreis gewonnen. Und zwar mit großem Stimmenabstand zu den Nächstplazierten. Aber der Reihe nach.

Hermann Schmuck machte den Anfang mit ernst gemeinten „Kalenderreimen“. Konnte aber damit nicht so recht beim Publikum ankommen. Genauso wie Klaus Schuster der gereimte Vierzeiler zum Besten gab.

Auch Gerhard Häusler konnte das Publikum trotz politisch, philosophischer lyrischer Aphorismen und Gedichte nicht überzeugen. Vielleicht lag es daran, daß er wegen Zeitüberschreitung, seine zwei besten Texte – wie er meinte – nicht mehr lesen konnte.

Nach der Pause trug Leo Hoffmann einen Auszug mit dem Titel „Essenskarte“ aus ihrem gerade entstehenden Roman vor. In beeindruckender Weise und entsprechendem Vortrag wird eine Episode einer Mutter-Tochter-Geschichte anhand einer Essenskarte aus dem KZ Theresienstadt erzählt.

Herbert Hollitzer gab in der Kurzgeschichte „Die Bank Deines Vertrauens“ Einblicke in den Innercircle einer Bank bei der Kreditvergabe und streifte dabei auch die Befindlichkeiten des beteiligten Bankpersonals in bewährter Hollitzer-Weise.

Aber auch er hatte keine Chance gegen die Geschichte „Der Clown“ von Martin Emmerling. Der Ich-Erzähler ist von dem berühmten Clown fasziniert, bewundert ihn. Er muß ihn unbedingt mal treffen. Im Text gibt es immer wieder Hinweise darauf, daß es eine Beziehung zwischen dem Clown und ihm geben könnte. Vielleicht handelt es sich um seinen Vater? Es kommt zum Treffen in einem Schwabinger Cafe. Das abrupte, gelungene Ende ist aber dann nicht so, wie der Zuhörer es sich vorgestellt hat. Großer Applaus auch für den nuancenreichen Vortrag.

PS: Frage an Martin Emmerling: Was meint Calippo dazu?

Abendbericht: Beppo Rohrhofer
Foto: Beppo Rohrhofer