Am Freitag, den 10. Juli 2026 las im Münchner Literaturbüro der Maler und Poet Helmut Vakily.
Der Abend begann mit zwei Erzählungen: Treffen mit Ahmed, der nicht in der Stadt, sondern irgendwo auf dem Land in Unding lebt, den Vögeln lauscht, schreibt, aber als Lastseller-Autor. Steine werden gegen die Fensterscheibe geworfen, während der Hauptbriefzusteller Päckchen verschwinden lässt. In „Beinahe Charles“ sieht man den Protagonisten mit dem Zug fahren, wo er Frau Christine trifft und den Zug in Prien am Chiemsee mit Christine verlässt.
Das Publikum lobte die Erzählungen, fand die Figuren sympathisch und sah wunderbare Bilder.
Es folgten Portraitgedichte, die, so der Autor, immer dann entstehen, wenn in Gedichten Begriffe wie die Person Francis Bacon, Luft, ein Grashalm, eine Stadt oder ein Sommerkleid seine Gedankenwelt berühren und er sich in ihnen widerspiegeln kann.
Wie „Orpheus“ dessen „Gabe nie bei dir an (kam)“: „drei Münzen“ für Raimund Fritz, wo Museen geschlossen werden und eine Statue fällt, „Licht und Bewegung“ für Valerie von Boehn; „Nahal Oz 7.10.23“ für Amir Tibon „als dann der Albtraum um sich greift“… doch gibt es Hoffnung….beide aus dem gleichen Holz geschnitzt“, „Rue des quatre vents“ für Heinrich Heine über die Mechthilde, die eine gute Rente bezieht und nach Paris fährt; „Sultan“ für Forugh Farrochzad „Wer löschte mit Gewalt das Licht“.
In der Erzählung“ Judith“ unterscheidet sich die selbige von ihren Mitschülern, da sie die edelsten Lichtspielhäuser in der Stadt besucht. Als Teenager verlässt sie die Schule ohne Abschluss und geht in die große Stadt mit vielen Lichtspielhäuser. Darüber berichtete sie dem Erzähler bei einem Nachmittag im Café. Sehr viel später erhält dieser einen Brief der Tochter von Judith aus London.
Wie angekündigt präsentierte der Autor auch Mitteilungen (Aphorismen) wie: „Nicht jeder Fortschritt führt zur ich Verkrüppelung der Seele“; „Erst ganz am Schluss bei mildem Licht zog er auch ihre Gedanken aus“ „Den einen erschlägt der Blitz, den anderen die Schwermut“
Das Publikum war gleichfalls voll des Lobes über die Porträtgedichte, die das menschliche Sein ausloten und Hoffnung in der Not vermitteln, ebenso über die Mitteilungen des Autors.
Abendbericht: Rainer Kegel
Fotos: Christine Waßmann